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Stellen
Sie sich vor, Sie könnten Texte direkt in Ihren Computer
sprechen. Briefe, Emails, Referate und sogar online im
Chat rasend schnell kommunizieren: Ich hatte am Wochenende die
Möglichkeit mit der Sprach-Software "Dragon Naturally
Speaking 7" auf einem Notebook zu experimentieren und war
positiv überrascht, wie weit die digitale Spracherfassung
mittlerweile fortgeschritten ist. Was vor fünf Jahren noch
undenkbar war, ist heute dank schneller Prozessoren mühelos
möglich. Einziger Haken: Man muss mit der der Software unbedingt
ca. 2 Stunden intensiv üben, bevor die Ergebnisse einen schon
fast selbst überraschen können.
Wie geht das? Neben der ersten, übrigens äußerst
komfortabelen Audioabstimmung liest man dem Programm in der Übungsphase
Texte vor, die am Bildschirm erscheinen. Danach ist das System
zum Diktat bereit aber noch nicht auf den eigenen Sprachstil und
das eigene Vokabular optimiert. Die Entwickler von ScanSoft haben
sich dazu etwas besonders cleveres einfallen lassen: Man wird
aufgefordert das vorhandene Basisvokabular durch eigene Texte,
Emails und z.B. selbst geschriebene Internetseiten individuell
aufzustocken. Diese Methode funktioniert erstaunlich gut, zumal
mehrere Nutzerprofile angelegt und sinnvoll verwaltet werden können.
Wer dann noch die erweiterten Sprachübungen mit der Software
durchführt (z. B. Märchen vorlesen), kann in Zukunft
weitestgehend die Hände von der Tastatur lassen - denn selbst
Befehle wie Speichern, löschen, kopieren, korrigieren, bestimmte
Programme starten, sogar Browser- oder Textformatbefehle werden
einwandfrei interpretiert.
Dadurch sind die Anwendungsmöglichkeiten sehr vielfältig:
Nicht nur Schreibfaulen und Langsamtippern wird das Leben erleichtert,
sondern die Software eignet sich auch ausgezeichnet für behinderte
Menschen. Selbst Fremdsprachlern wird es möglich halbwegs
fehlerfreies Deutsch zu schreiben - der implementierte Wortschatz
der neuen (oder alten) deutschen Rechtschreibung mit passender
Groß- und Kleinschreibung sorgt für eine erträgliche
Fehlerquote. Sogar relativ schnell gesprochene Sätze sind
möglich, wenn man eine klare Aussprache hat. Die Satzzeichen
müssen natürlich mitdiktiert werden, da der Computer
nicht weiß wie sich ein Satz während der Sprechens
entwickelt oder wann der geflügelte Worterguss endet.
Die Grenzen des digitalen Diktats liegen vor allem bei einem selbst,
wenn man nicht gewohnt ist flüssig zu diktieren. Hier hilft
nur üben oder manuelles korrigieren mit Maus und Tastatur,
die übrigens während des Diktats permanent benutzt werden
können. Selbst direkt im HTML-Editor Dreamweaver 4 konnten
Texte problemlos diktiert werden. Wer jetzt damit liebäugelt
seine Doktorarbeit für die Uni locker-flockig nebenbei auf
ein Diktiergerät oder Palmtop zu sprechen und den Text später
von dem Programm einlesen - und automatisch tippen zu lassen liegt
ganz richtig: Auch das funktioniert prächtig, wenn man den
zwangsläufig höheren Korrekturaufwand nicht scheut.
System-Voraussetzungen
für flüssiges Arbeiten: PC oder Notebook ab 600
MHz, 256 MB RAM, 400 MB freiem Festplattenspeicherplatz, Soundkarte,
Kopfbügelmikrofon, Windows 98 bis XP. Auf besseren Systemen
reagiert die Software während des Diktats präziser und
schneller. Strassenpreis: Ca. 120 € für die Preferred
Version 7.
Fazit:
Dragon NaturallySpeaking ist nicht nur ein nettes Spielzeug,
sondern eine echte Hilfe im Alltag für alle Leute die viel
Text auf's Papier - oder durch die Mailbox bringen müssen
und keine Lust oder Zeit zum tippen haben. Südbayrischer
Alpenvorort-Akzent? Mhhhh... ohne Übung mit der eigenen Stimme
läuft da wenig. Fleissige Klarsprecher werden glücklich.
Details finden Sie direkt beim Hersteller unter www.scansoft.de.
Linktipps
2005: In den Designlinks
finden Sie eine Menge neuer Seiten, die sich mit Design-Theorie
und Marketing beschäftigen. Besonders gut gefallen hat mir
www.zorno.de,
denn hier wird genau das zur Sprache gebracht, was viele aus der
werbenden Branche wohl nicht so gerne hören. Auch www.gizmodo.com
ist einen Klick wert. Die Seite zeigt sogenannte "Gadgets"
- die allerneusten Spielzeuge und käufliche Thrills für
Erwachsene, die eigentlich keiner braucht, die einen aber doch
irgendwie reizen. Ein kleines Supertool zum Links kontollieren
der eigenen Seiten gibt es unter home.snafu.de/tilman/xenulink.html.
Nur den FTP-Zugang zur eigenen Site würde ich vorsichtigerweise
lieber nicht einfach so eingeben.
Auf der letzten C't-CD-Rom war eine Freewareversion von Textmaker
2002 dabei, die nach der Registration nahezu zur Vollversion
wird (Rechtschreibekorrektur, PDA-Export und Synonyme fehlen).
Aus meiner Sicht ein ganz heisser Tipp für Word-Genervte:
Das schnelle Textverarbeitungsprogramm macht nämlich im Gegensatz
zu MS-Word genau das was man will: Schreiben! - Es versucht nicht
künstlich mitzudenken und läuft auch auf kleinen PC's
selbst mit hoher Seitenanzahl absolut flüssig, speichert
aber alle Dokumente fehlerfrei im original .doc-Format ab. Eine
wirklich gelungene Software.

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