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Erfolgreiche Bewerbungsmappen an Kunst- und Fachhochschulen
Sie haben das Abitur in der Tasche. Jetzt wollen Sie Design studieren. Unbedingt. Die Aufnahmeprüfung zur "künstlerischen Befähigung" ist eine Hürde, die auch von kreativen Abiturienten oft unterschätzt wird. Etwas zeichnen können reicht nicht - durchfallen ist eher die Regel, das beweisen die Statistiken. Auch meine Wenigkeit hat sich 1990-91 diversen Prüfungen unterziehen müssen und durfte hinterher sogar auswählen - ich hab's bis heute nicht vergessen:

Insgesamt 300 Bewerbungsmappen, davon wurden 50-60 zur 2-tägigen Prüfung eingeladen - soweit ich mich erinnere kamen davon 20 durch. Unser Semester startete mit nur 15 glücklichen Studienanfänger|-innen - der Rest sagte ab. Kein Zweifel: Eine knallharte Auslese, die ganz viel Glück hatten und der Hochschule über dieses Urteil bis heute sicherlich zutiefst dankbar sind, denn ein Spaziergang sind die Prüfungen nicht gerade - ein gewisses künstlerisches Niveau und deutlich sichtbarer Gestaltungswille mit angeborenem Talent Ihrerseits wird einfach erwartet.

Hoffen Sie nicht allein auf Ihr Talent: Wenn man kein absoluter Design-Überflieger ist, muß man sich vorher monatelang intensivst darauf vorbereiten: Finden Sie sich damit ab, oder lassen Sie die Finger davon, denn es endet sonst oft mit ganz bitteren Tränen. In manchen Städten werden von privaten Instituten und Agenturen sog. "Mappenvorbereitungskurse" gegen Bezahlung angeboten. Heute würde ich zu einem solchen Kurs raten, damals war ich zu stolz und zu geizig. Auch auf die Gefahr hin daß diese Kurse manchmal einfach schlecht sind, wird man im Team ein paar nützliche Dinge erlernen, die zuhause am Schreibtisch nicht klappen wollen.

Portfolio:   Mappe(n) machen







Etwa 10 bis 20 Arbeitsproben verlangen die Hochschulen durchschnittlich pro Bewerber|-in - und die müssen sitzen. Generell gilt: Was zählt ist Qualität - nicht Quantität. Bewertet werden die künstlerischen Arbeiten üblicherweise von Professoren und Tutoren aus höheren Semestern. "Den klaren Erfolgsstil" Ihrer Zeichnungen, Bilder, Grafiken und digitalen Ergüsse gibt es dabei nicht. Was gefällt bleibt offen liegen, minderwertige Arbeiten werden schnell wieder zugeklappt und landen zur Selbstabholung im Prüfungs-Sekretariat. Die noch offenen Arbeiten werden in einem zweiten Durchgang durch ein Team von Professoren und Tutoren gesiebt. Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen: Einladung zur Eignungsprüfung oder nicht.

In einem dritten Durchgang werden die ausgewählten Arbeiten nochmals überprüft - ist die Anzahl der ausgewählten Bewerber zu gering, werden auch manche "Borderliner" zur Eignungsprüfung eingeladen. Die Prozedur der Mappendurchsicht ist übrigens auch für Entscheidungskräfte kein Vergnügen: Teilweise müssen 1000de von Arbeiten jährlich pro Hochschule evaluiert werden: Ein Wahnsinnsakt gegenüber einfachen ZVS-Zufalls-Datenbanken und Standard-Studiengängen mit über 200 Erst-Semestlern, von denen schon die Hälfte nach einem Jahr (un-)freiwillig wieder abspringt.

Gehen Sie vorher unbedingt zu der angebotenen Studienberatung Ihrer Wunschhochschule - und zwar nicht mit leeren Händern, sondern gleich mit den ersten Arbeitsproben Ihrer Mappe. Tutoren und nicht selten Professoren geben Ihnen dann Tipps, wie Sie Ihre Chancen verbessern, woran Sie noch arbeiten müssen und worauf hochschulspezifisch besonderer Wert gelegt wird. Sie haben oft die Chance auch andere Mappen zu sehen und wissen dann, wie hoch und wo der Hammer hängt. Vor einem gefürchteten "Veriss" brauchen Sie keine Angst zu haben, jeder hat mal angefangen. Falls es doch passiert - bleiben Sie um Gottes Willen freundlich...
Checkliste:   Tipps zur Mappen-Gestaltung


Lernen Sie zu zeichnen: Die handskizzierte Darstellung ist das A & O

Besuchen Sie Kurse an Volkshochschulen oder Privatakademien
Beratungen von Designern, Künstlern und Kreativen schadet nie
Nehmen Sie sich mindestens 3-6 Monate Zeit für die Vorbereitung
Zeigen Sie ein möglichst breitgefächertes Spektrum Ihrer Arbeiten auf
Eine künstlerische Lernfähigkeit / Entwicklung wird oft gerne gesehen
Aktzeichnungen, Schuhe, Bügeleisen usw. sind sehr abgelutscht
und langweilen oft, wenn sie nicht außergewöhnlich brillant sind
Die bürokratischen Auflagen der Hochschule sollten unbedingt
eingehalten werden: Termine, Umfang, Zeugnisse, Lebenslauf usw.
Allermindestens einmal vorher zum Beratungsgespräch gehen
Wenn Sie auch die Mappe selbst gestalten möchten, muß sie
außergewöhnlich gut verarbeitet sein und perfekt funktionieren,
generell zählen aber nur die Inneren Werte.
Bewerben Sie sich möglichst mit 2 Mappen an 2 Hochschulen
Lassen Sie Ihre Mappe niemals von anderen anfertigen - es fällt auf!
Die Webseite mit Forum zum Buch "Mythos-Mappe" ist gut
Surftipp:http://de.wikibooks.org/...
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